Frömmigkeit und Kirchenpolitik: Zwei Werke von Benjámin Szőnyi, verfasst nach 1790

Ungarisches Halleluja, geistliche Musik, die zu Ungarn passt…

Autor/innen

  • Mihály Imre University of Debrecen image/svg+xml Autor/in
    • Schreiben – Originalentwurf
    Konkurrierende Interessen

    Der Autor erklärt, dass im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Studie kein Interessenkonflikt besteht und dass weder finanzielle noch sonstige Interessenkonflikte die Forschungsergebnisse oder den Inhalt des Manuskripts beeinflusst haben.

DOI:

https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.3.1

Schlagwörter:

religiöse Toleranz, „Magyar halleluja“, Frömmigkeit und politische Poesie, „Magyarhoz Illő Szent Musika“, ungarische Nation, trautes Heim

Abstract

Nach 1790 kam es zu einem Wendepunkt in der schöpferischen Laufbahn von Benjámin Szőnyi. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits ein landesweit bekannter Autor, sein Werk „Szentek hegedűje“ (Die Geige der Heiligen) war weit verbreitet, und sein „Gyermekek Fisikája“ (Physik für Kinder) stand an der Spitze der nationalen Literatur zur Naturtheologie. Das Toleranzpatent und die Thronbesteigung Leopolds II. läuteten eine neue, günstigere Ära für den gesamten ungarischen Protestantismus ein. Auch Szőnyi beteiligte sich aktiv an den kirchlich-politischen Kämpfen und wurde 1791 als Delegierter zur Synode von Buda entsandt; zu dieser Zeit erreichte sein Einfluss in der Religionspolitik seinen Höhepunkt. Die Aussicht auf ein Ende der tief in der Geschichte verwurzelten konfessionellen Gegensätze weckt in ihm eine wachsende Hoffnung auf das Wohlergehen der gesamten Nation und verleiht seinem Werk eine nie dagewesene neue Dimension. „Magyar halleluja...“ (Ungarisches Halleluja...) erschien 1791, gewidmet Gedeon Ráday: Die Erfahrung der sich ausweitenden nationalen Gemeinschaft, deren Teil auch seine eigene Konfession geworden war, weckt in ihm intensive Gefühle. Deshalb taucht in dem Gedicht immer wieder das glückselige gemeinsame Erlebnis der Zugehörigkeit zu unserer ungarischen Heimat, unserer Nation, unserem ungarischen Volk, unserer lieben Heimat auf. Er bezieht sich oft auf die Werke von François Fénelon, einem der wichtigsten Theoretiker der religiösen Toleranz, der unter den ungarischen Protestanten sehr beliebt war. Der Ton des Gedichts erinnert stellenweise an die politische Dichtung jener Zeit. Der poetische Gruß „Magyarhoz Illő Szent Musika, az az: Istent áldó és imádó Új Énekek, [...]“ (Heilige Musik, die den Ungarn gebührt, das heißt: Neue Lieder, die Gott preisen und verehren) wurde anlässlich der Krönung Leopolds II. zum König von Ungarn verfasst. (Zu diesem Anlass wurden im ganzen Land zahlreiche ähnliche protestantische poetische Grußgedichte veröffentlicht.) Der Ton ähnelt dem des vorherigen Werks, wobei auch hier der Ausdruck „Gott der Ungarn“ vorkommt. Laut Titelblatt wurde das umfangreiche Gedicht am 9. Januar 1791 von der Gemeinde in Marosvásárhely gesungen. Ein Exemplar des Bandes wurde mit einer handschriftlichen Widmung an Sámuel Teleki in Marosvásárhely geschickt, was die Verbindungen des Autors zu Siebenbürgen belegt.

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Veröffentlicht

2023-09-14

Zitationsvorschlag

Imre, Mihály. 2023. „Frömmigkeit Und Kirchenpolitik: Zwei Werke Von Benjámin Szőnyi, Verfasst Nach 1790: Ungarisches Halleluja, Geistliche Musik, Die Zu Ungarn passt…“. Kirchengeschichtliche Rundschau 24 (3): 5-24. https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.3.1.

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