Aktenbestände zur Geschichte des Judentums im Kreisarchiv Borsod-Abaúj-Zemplén des Ungarischen Nationalarchivs
DOI:
https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.2.13Abstract
Ziel dieses Beitrags ist es, einen besonderen Aspekt der fachlichen Arbeit im Kreisarchiv Borsod-Abaúj-Zemplén des Ungarischen Nationalarchivs vorzustellen, der darauf abzielt, die Erschließung und Zugänglichkeit von Quellen zum Thema Judentum, vor allem im Zusammenhang mit dem Holocaust, zu fördern. In meinem Beitrag werde ich unsere Katalogisierungs- und Digitalisierungsarbeit der letzten fünfzehn Jahre detailliert beschreiben, wobei ich die Quellen nach Gruppen gegliedert darstelle; anhand einzelner Dokumentensammlungen werde ich zudem auf den Nutzen der Erforschung einiger der bisher weniger untersuchten Bestände hinweisen. Praktische Fragen und zu lösende Aufgaben waren die Motivation für das konsequente Programm zur Erforschung von Dokumenten mit Bezug zum Judentum in unserer Mitgliedseinrichtung. Konkret erhielt die Außenstelle Alsózsolca des Kreisarchivs Ende der 2000er Jahre eine beträchtliche Anzahl von Staatsbürgerschaftsakten und holocaustbezogenen Anträgen von Personen jüdischer Herkunft. Zudem wandte sich eine große Zahl von Genealogen an unsere Einrichtung mit Anfragen zu ähnlichen Dokumenten. Für einige der betreffenden Dokumente fehlten jegliche Findmittel (Aktenbücher, Indexbücher), was die Arbeit erheblich erschwerte. Um dieser Situation abzuhelfen, wurde 2009 im Zweigarchiv Alsózsolca des Kreisarchivs Borsod-Abaúj-Zemplén eine Welle der Erstellung von Hilfsbeständen eingeleitet, die sich später auf andere Abteilungen des Archivs ausweitete – heute das Kreisarchiv Borsod-Abaúj-Zemplén des Ungarischen Nationalarchivs. In dem vorliegenden Beitrag möchten wir den Dateninhalt und die Nutzbarkeit der wichtigsten in unserer Einrichtung aufbewahrten Dokumente zur Geschichte der jüdischen Bevölkerung im 20. Jahrhundert erörtern sowie die archivischen Aufbereitungsarbeiten, die darauf abzielen, diese Dokumente leichter und schneller zugänglich zu machen. Die Bestände sind in zwei Gruppen unterteilt, die nicht unbedingt voneinander getrennt werden können, sodass die Bestände zum Holocaust und diejenigen zu anderen Staatsangehörigkeitsfällen getrennt behandelt werden.
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