Aspekte und mögliche Modelle des Zusammenhangs zwischen Mentalität und Religion
DOI:
https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.1.2Schlagwörter:
konfessionelle Mentalität, Religionssoziologie, feudales Erbe, bürgerliche Kultur, soziale GruppenAbstract
Der Artikel erörtert das Verhältnis zwischen „Religion“ und „Mentalität“ im Zusammenhang mit dem Begriff der „konfessionellen Mentalität“. Er befasst sich mit der Frage, inwieweit sich dieser Begriff zur Beschreibung bestimmter sozialer Phänomene eignet, sowie mit den Faktoren, die zur Erklärung einer solchen historisch beobachtbaren spezifischen konfessionellen Mentalität herangezogen werden sollten. Zu diesem Zweck werden verschiedene Ansätze vorgestellt, die anhand historischer Beispiele diskutiert werden. Ist die konfessionelle Mentalität eine Mentalität, die sich aus einem Bekenntnis, d. h. aus den theologischen Lehren einer bestimmten Konfession, ableitet? Wenn ja, existiert diese Mentalität dann auch unter der breiten Masse der Gläubigen und nicht nur unter den gelehrten Vertretern der Religion? Oder ist die konfessionelle Mentalität eine Mentalität, die sich unter den Mitgliedern einer bestimmten Konfession feststellen lässt, unter den Massen, die dieser Konfession gemäß ihren eigenen Regeln angehören? Die Autorin argumentiert, dass die konfessionelle Mentalität als jene Mentalität verstanden werden sollte, die innerhalb einer Konfession beobachtet werden kann. Sie betrachtet sie als ein deskriptives Konzept. Zu ihrem Hintergrund gehören die soziale Stellung ihrer Träger, ihre (ehemalige) „feudale“ Stellung, wirtschaftliche Formen, Bildung, Gruppenerfahrung sowie über Generationen weitergegebene Traditionen. Aus demselben Grund und aufgrund derselben Faktoren ist auch das Auftreten von stratifizierten (Gruppen-)Mentalitäten innerhalb der Konfession zu erwarten.
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