Die letzte Ölung, die reformierten Frauen auferlegt wurde
Bekenntnisriten des Sterbens in den Egodokumenten der transsilvanischen Gräfin Kata Bethlen aus dem 18. Jahrhundert
DOI:
https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.26.2025.4.4Schlagwörter:
Gräfin Kata Bethlen, Ego-Dokumente, Siebenbürgen im 18. Jahrhundert, Bemühungen um die Rekatholisierung, religiöse Sterberituale, Letzte ÖlungAbstract
Während der drei Jahrhunderte der „Langen Reformation“ zeigten sich Unterschiede in den religiösen Riten nicht nur bei Beerdigungen und beim Gedenken an die Verstorbenen; zahlreiche Beispiele aus verschiedenen Regionen Europas belegen zudem, dass das Sterbebett selbst zum Schauplatz religiöser Auseinandersetzungen wurde. Erhebliche Spannungen entstanden, wenn der im Sterbeprozess angewandte Ritus von den religiösen Traditionen des Sterbenden oder derer, die ihm die letzte Ehre erwiesen, abwich. Dies gilt insbesondere für die Letzte Ölung, insofern dieses katholische Sakrament sterbenden Protestanten gespendet wurde. In der vorliegenden Studie untersuche ich diese religiösen Spannungen, vor allem durch die Analyse der Ego-Dokumente der transsilvanischen Gräfin Kata Bethlen (1700–1759) aus dem 18. Jahrhundert. Ich vertrete die These, dass die wachsende Bedeutung, die den Ritualen des Sterbens beigemessen wurde, auch im Kontext der Machtpolitik und der kirchlichen Politik interpretiert werden kann und dass die zunehmende Prominenz konfessioneller Elemente teilweise im Lichte dieser Entwicklung verstanden werden kann.
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