Ferenc Karinthys Verhältnis zu (seinem) Judentum
DOI:
https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.2.9Abstract
Ferenc Karinthy (1921–1992) war Sprachwissenschaftler, Romanautor und Dramatiker, arbeitete aber auch als Dramaturg an mehreren Theatern. Sowohl in der Rákosi- als auch in der Kádár-Ära schuf er ein umfangreiches Werk, und dank seiner immensen Energie hinterließ er uns zahlreiche Texte – die heute kaum noch gelesen werden. Das mag überraschen, da der Name Karinthy heutzutage meist mit seinem Vater, Frigyes Karinthy, in Verbindung gebracht wird. Neben seinem literarischen Schaffen führte er ab 1967 auch ein privates Tagebuch, in dem er bis 1991 seine Gedanken festhielt. Sein Tagebuch wurde 1993 veröffentlicht, stieß in den 2000er Jahren jedoch auf wenig Interesse (mit Ausnahme eines Versuchs, sein Gesamtwerk zusammenzustellen). Dennoch wird das Tagebuch von vielen als sein Hauptwerk angesehen. Aus seinem umfangreichen Tagebuch (mit einem Umfang von mehr als tausend Seiten), das er 24 Jahre lang führte, erhalten wir einen Einblick in den Verlauf seines persönlichen Lebens, seine Identitätssuche, aktuelle politische Themen, den Alltag eines Schriftstellers, die intellektuelle Zerrissenheit der Kádár-Ära, seine eigenen Unsicherheiten und – was für meinen Fachbereich und diese Studie am wichtigsten ist – sein Verhältnis zum Judentum.
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