Újabb adatok Prohászka Ottokár közszerepléseihez
DOI:
https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.22.2021.3.6Abstract
Bischof Ottokár Prohászka (1858–1927) war eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens im Ungarn der Zwischenkriegszeit. Er wurde nicht nur zu einem wichtigen Politiker, sondern nahm ab Herbst 1919 auch eine besondere Stellung als geistiger Wegbereiter des neuen „Horthy-Regimes“ ein. Nach seinem Tod im Jahr 1927 veröffentlichte Antal Schütz Prohászkas Reden und Artikel in einer monumentalen, 25-bändigen Reihe. Schütz hatte jedoch nicht alle Texte gesammelt, weshalb 2019 eine neue Monografie mit 150 bisher unveröffentlichten Artikeln, Reden und Interviews des Bischofs erschien. Dieser kurze Artikel enthält zwei weitere neue Artikel aus dem zeitgenössischen Text. Der erste ist ein Interview, das Prohászka im November 1919 einer Tageszeitung gab. Prohászka wollte ein umfassendes soziales und politisches Programm für die ungarische Nation nach den Krisenzeiten vorlegen, die durch den Ersten Weltkrieg und die darauf folgenden Ereignisse verursacht worden waren: den Versuch einer demokratischen Republik und die kommunistische Diktatur von 1919. Prohászka verurteilte als Vertreter der „christlich-nationalistischen“ Ideologie den Liberalismus aufs Schärfste und strebte den Aufbau eines neuen Nationalbewusstseins auf den Grundlagen der ländlichen, religiösen Gesellschaft an. Er hoffte, dass eine neue Landreform das wichtigste Element beim Aufbau eines neuen und erfolgreichen Ungarns sein könnte. Der zweite Text ist eine religiöse Betrachtung zum Weihnachtsfest 1920. Prohászka wiederholte seine These über die Rolle der Bauernschaft für die erfolgreiche Zukunft des ungarischen Staates. Die Weihnachtszeit bot eine gute Gelegenheit, eine politische Botschaft für das neue Jahr zu verkünden. In diesem Fall schrieb Prohászka über die neue Hoffnung auf eine Stabilisierung des Staates. Er strebte eine Genossenschaftsbewegung unter der Bauernschaft an und verurteilte die liberale Marktwirtschaft, die seiner Meinung nach für die ungarischen Verhältnisse ungeeignet sei. Prohászka hoffte auf die Entwicklung des ungarischen ländlichen Raums, einschließlich eines modernisierten Schul- und Gesundheitssystems.
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