Weibliche Rollenkonstruktionen im Zeitalter der Reformation im Oberungarn

Autor/innen

  • Judit Balogh Eszterhazy Karoly Catholic University image/svg+xml Autor/in https://orcid.org/0000-0003-4175-635X
    • Schreiben – Originalentwurf
    Konkurrierende Interessen

    Der Autor erklärt, dass im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Studie kein Interessenkonflikt besteht und dass weder finanzielle noch sonstige Interessenkonflikte die Forschungsergebnisse oder den Inhalt des Manuskripts beeinflusst haben.

  • Vera Bakonyi-Tánczos Übersetzer/in https://orcid.org/0009-0008-5901-2360
    • Schreiben - Überprüfung und Überarbeitung
    Konkurrierende Interessen

    Der Autor erklärt, dass im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Studie kein Interessenkonflikt besteht und dass weder finanzielle noch sonstige Interessenkonflikte die Forschungsergebnisse oder den Inhalt des Manuskripts beeinflusst haben.

DOI:

https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.26.2025.4.1

Schlagwörter:

Frauenrollen, Ungarisch, Reformation, soziale Rollen, Frauen, Witwe

Abstract

Die ungarische Geschichte des 16. Jahrhunderts war von zahlreichen Traumata geprägt. Die Katastrophe von Mohács, die Teilung des Landes in zwei und später drei Teile sowie die osmanische Präsenz führten zu einer Störung der traditionellen Gesellschaftsstruktur und einer Fragmentierung vieler sozialer Rollen. In dieser Situation waren Männer mit vielen Aufgaben außerhalb des Hauses belastet, Frauen waren fast wie Witwen, und diese Umstände schufen Bedingungen, die sie dazu veranlassten, ihre traditionellen Rollen neu zu bewerten und zu erweitern. Oftmals wurden neue Situationen durch das Leben selbst hervorgerufen, manchmal hing es auch vom Einfallsreichtum der Frauen selbst und ihrer Persönlichkeit ab. Zusätzlich zu den klassischen mütterlichen und wirtschaftlichen Pflichten lernten die Frauen Lesen und Schreiben, und das Reformprogramm zum allgemeinen Lesen der Bibel gab diesen Aktivitäten eine argumentative Grundlage. Zu dieser Zeit gab es in Ungarn keine Mädchenschulen, Frauen wurden an den Adelshöfen ausgebildet, aber zunehmend erweiterten sie auch ihr Wissen in theologischen Fragen. Die in der Studie vorgestellten Frauen lebten im Nordosten Ungarns, der abwechselnd zu Siebenbürgen und zum Königreich Ungarn gehörte. Ihre Ehemänner leisteten aktiven Militärdienst, und oft waren auch sie in diesem Bereich tätig. Diese Adligen agierten auch unabhängig im Bereich der Theologie, dafür gab es in ihrem Leben viele Beispiele. Zusätzlich zu ihren traditionellen Pflichten engagierten sich alle drei auch in bisher unbekannten Bereichen und widmeten sich beispielsweise der Organisation von Synoden, der Gründung von Schulen, den Patronatsaufgaben ihrer Ehemänner oder politischen Verhandlungen. Die neuen Bedingungen der Zeit zeigen sich auch darin, dass ihre Handlungen trotz der Verletzung traditioneller Frauenrollen und sozialer Normen von der Gesellschaft positiv wahrgenommen und im historischen Gedächtnis bewahrt wurden.

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Autor/innen-Biografien

  • Judit Balogh, Eszterhazy Karoly Catholic University

    Prof. Dr. habil. Károly Eszterházy Katholische Universität, Institut für Geschichtswissenschaften.

  • Vera Bakonyi-Tánczos

    Qualifizierte Fachübersetzerin

Literaturhinweise

Veröffentlicht

2026-03-31

Zitationsvorschlag

Balogh, Judit. 2026. „Weibliche Rollenkonstruktionen Im Zeitalter Der Reformation Im Oberungarn“. übersetzt von Vera Bakonyi-Tánczos. Kirchengeschichtliche Rundschau 26 (4): 7-24. https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.26.2025.4.1.

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