„Mit Glauben und Ehre für das Vaterland“
Die 479. László-Szőgyi-Pfadfindergruppe aus Győr
DOI:
https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.2.7Abstract
Im Juni 1933 nahm der Ungarische Pfadfinderverband die 479. László-Szőgyi-Pfadfindergruppe als eines seiner Mitglieder auf. Im November 1941 schloss der Verband die jüdischen Pfadfindergruppen aus seiner Mitgliedschaft aus, sodass auch die Gruppe aus Győr nach achtjähriger Tätigkeit auflösen musste. Träger der 479. Gruppe war die Israelitische Gemeinde von Győr, ihre Basis war jedoch das Révai-Miklós-Gymnasium, dessen Schulzeitung jedes Jahr über die Aktivitäten der Gruppe berichtete. Anhand der Unterlagen des Gymnasiums sowie der Pfadfinderbibliothek und des Archivs in Gödöllő werde ich die Geschichte der 479. László-Szőgyi-Pfadfindergruppe aus Győr rekonstruieren: die Umstände ihrer Gründung, die Beweggründe für die Namensgebung, religiöse und weltliche Veranstaltungen, die Besonderheiten der Pfadfinderarbeit in Győr sowie die Ausbreitung des Antisemitismus und dessen Folgen für das Leben der Gruppe. Meine Forschung ist Teil des Forschungsprojekts mit dem Titel „Zsidó cserkészcsapatok története: identitás és emlékezet“ (Geschichte jüdischer Pfadfindergruppen: Identität und Erinnerung), das 2018 begann und darauf abzielt, die Geschichte der zwischen 1913 und 1948 aktiven jüdischen Pfadfindergruppen zu erforschen. In früheren Phasen des Projekts wurde die Diskrepanz zwischen den erhaltenen Erinnerungen und Dokumenten der ehemaligen Truppen aus Pest und dem Umland deutlich: Während für die Pfadfindergruppen aus Pest Dokumente, Fotografien oder in Ausnahmefällen – wie bei der 311. Vörösmarty-Pfadfindergruppe, deren Mitglieder noch heute Treffen organisieren – gesammelte Erinnerungen oder Jubiläumsveröffentlichungen vorliegen, sind die ländlichen Pfadfindergruppen, wie die 479. László-Szőgyi-Pfadfindergruppe aus Győr, fast vollständig verschwunden.
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