„...die wertvollste und beste Gemeinde der Welt ist für mich die der Zigeuner von Karácsonfalva“

Überlegungen zur Untersuchung der neuen religiösen Identität der Gabor-Zigeuner

Autor/innen

  • Zoltán Simon University of Miskolc image/svg+xml Autor/in
    • Schreiben – Originalentwurf
    Konkurrierende Interessen

    Der Autor erklärt, dass im Zusammenhang mit der Erstellung dieser Studie kein Interessenkonflikt besteht und dass weder finanzielle noch sonstige Interessenkonflikte die Forschungsergebnisse oder den Inhalt des Manuskripts beeinflusst haben.

DOI:

https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.4.161

Schlagwörter:

Gabor-Zigeuner, Adventismus, religiös-soziale Umkehrung, (Re-)Sozialisierung

Abstract

In meiner Arbeit analysiere ich anhand halbstrukturierter Interviews die sozialen Beziehungen im Umfeld des adventistischen Glaubenslebens sowie dessen kulturelle Repräsentativität und betrachte diese im Kontext der sozialen Beziehungen zwischen Roma und Ungarn, zwischen Roma untereinander sowie zwischen Ungarn und Roma in Nyárádkarácsonfalva (Kreis Mures, Rumänien). Innerhalb der lokalen Gemeinschaft haben die adventistische Glaubensgemeinschaft der Gabor-Zigeuner und die physischen Grenzen ihres religiösen Lebens eine transethnische Gemeinschaft geschaffen (die Zahl der ungarischen Konvertiten zur Adventistenkirche hat in letzter Zeit zugenommen). Reglementierte Verhaltensnormen und festgelegte Begegnungsmöglichkeiten werden erweitert und gleichzeitig beseitigt. Dieser Prozess verläuft jedoch nicht gleichmäßig, denn trotz der Entstehung einer transethnisch-religiösen Ideologie in den sozialen Beziehungen ist die Distanzierung auf der mentalen/symbolischen Ebene nach wie vor von Vorurteilen durchdrungen. Zeitweise stigmatisiert die ungarische Gemeinschaft die Gemeinschaft der Gabor-Zigeuner noch immer, indem sie negative ethnische Diskriminierung mit der negativen Wahrnehmung von „Sektierertum“ und dem „Sabbatismus“ der Freikirchenmitglieder in Einklang bringt. Komplementarität entsteht in alltäglichen Begegnungen, trotz ethnischer Distanz und bewusster physischer Abgrenzungen. Die anthropologische Forschung zur Religionskonversion zeigt am besten, im Gegensatz zum Prinzip der Diskontinuität, dass bei einer Religionskonversion die Bedeutung früherer Werte nicht gemindert, sondern durch etwas (Neues) ersetzt wird. So bleibt beispielsweise die Kontinuität der Roma-Identität erhalten (wie im Fall der untersuchten Gemeinschaft), doch entsteht ein neues System translokaler Beziehungen. Die Konversion zum Adventismus als Modell der (Re-)Sozialisierung im Fall der Gabor-Zigeunergemeinschaft von Nyárádkarácsonfalva zeigt sich in der Wechselwirkung sozial-religiöser Veränderungen. Diese Wechselwirkung hat die interethnischen Beziehungen rationalisiert (und, was wichtig ist, nicht modernisiert!).

Aufrufe: 1 PDF-Downloads: 2

Downloads

Download-Daten sind nocht nicht verfügbar.

Autor/innen-Biografie

  • Zoltán Simon, University of Miskolc

    Doktorand und Assistenzprofessor, Institut für Lehrerausbildung, Fakultät für Geistes- und Sozialwissenschaften, Universität Miskolc

Veröffentlicht

2023-12-14

Zitationsvorschlag

Simon, Zoltán. 2023. „‚. Die Wertvollste Und Beste Gemeinde Der Welt Ist für Mich Die Der Zigeuner Von Karácsonfalva‘: Überlegungen Zur Untersuchung Der Neuen religiösen Identität Der Gabor-Zigeuner“. Kirchengeschichtliche Rundschau 24 (4): 101-18. https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2023.4.161.

Plaudit