Géza Soos und die „Judenfrage“
neue Quellen zu den ersten und zweiten antijüdischen Gesetzen
DOI:
https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.2022.4.3Schlagwörter:
Kirchengeschichte des 20. Jahrhunderts, Reformierte Kirche, Zweiter Weltkrieg, Judenfrage, Erinnerungspolitik, Géza SoosAbstract
Géza Soos (1912–1953) war ein reformierter Jugendleiter, Sekretär des Ministerpräsidenten, Widerstandskämpfer im Zweiten Weltkrieg und Lebensretter, dessen Haltung gegenüber dem Ersten und Zweiten Antijüdischen Gesetz sowie zur „Judenfrage“ im Allgemeinen bislang (aufgrund fehlender Quellen) unbekannt war. Die unveröffentlichten Teile seiner theologischen Dissertation, die 1950 in Genf, Schweiz, vorgelegt wurde, sowie ein Dokument aus der Ráday-Sammlung beleuchten seine Haltung zu diesem Thema mit großer Präzision. Die „Judenfrage“ war Ende der 1990er Jahre noch immer ein sehr heikles Thema: Ein Zeichen dafür ist, dass die Herausgeber des Gedenkbandes über Soos jene Teile seiner Dissertation bewusst weggelassen haben, die sie als kompromittierend für Soos erachteten, in dem Versuch, sein Ansehen historisch zu retuschieren und ihn in einem günstigeren Licht darzustellen.
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