Methodischer Leitfaden für Internetverweise
Einleitung
Mehr als ein Vierteljahrhundert ist vergangen, seit das World Wide Web zu einem festen Bestandteil der wissenschaftlichen Forschung und Publikation geworden ist. Wir schreiben das Jahr 2026, doch die Erfahrung zeigt, dass die Zitierpraxis bei digitalen Quellen nicht mit der technologischen Entwicklung Schritt gehalten hat. In verschiedenen wissenschaftlichen Zeitschriften und Sammelbänden sind fehlerhafte oder funktionsunfähige, rein technische Verweise (URL-Friedhöfe) häufig anzutreffen, die den grundlegenden Anforderungen der wissenschaftlichen Methodik nicht entsprechen. Digitale Inhalte befreien nicht von der bibliografischen Disziplin. Im Folgenden fassen wir verständlich und eindeutig jene Regeln zusammen, die für eine authentische, auffindbare und zugleich ästhetische wissenschaftliche Textgestaltung unerlässlich sind.
Wichtig: Dieser Leitfaden konzentriert sich auf methodische Fragen des Umgangs mit digitalen Quellen und ist mit jedem Zitierstil (MLA, APA, Chicago, ITK, Stilrichtlinien der ungarischen Sprache usw.) kompatibel. Die Formatierung der vorgestellten Beispiele dient nur der Veranschaulichung – die konkrete Formatierung der bibliografischen Einträge (Schriftart, Satzzeichen usw.) muss gemäß dem von Ihnen verwendeten Zitierstandard erfolgen. Die Grundprinzipien des Leitfadens – Vorrang der Metadaten, richtige Verwendung des Links, wohlüberlegte Angabe des Download-Datums – lassen sich auf alle Standards anwenden.
I. GRUNDLAGEN
1. Der Link ist kein Verweis, sondern nur ein Fundort. Die Angabe einer isolierten URL stellt einen schwerwiegenden methodischen Fehler dar. Dies ist gleichbedeutend damit, bei einem Buch statt des Autors und des Titels ausschließlich die Signatur aus dem Bibliotheksbestand anzugeben. Der Link (URL) ist lediglich ein technisches Hilfsmittel und ersetzt nicht die bibliografischen Daten des Werks.
Beispiel für eine fehlerhafte Praxis:
https://mek.oszk.hu/09400/09477/html/0019/1729.html
Was erfahren wir daraus nicht?
• Wer ist der Autor?
• Wie lautet der Titel des Werks?
• Wann ist es erschienen?
• In welchem Kontext finden wir es?
2. Vorrang der bibliografischen Metadaten: Bei jeder Online-Quelle müssen folgende Angaben gemacht werden:
• Autor (falls nicht genannt, der Name der Institution)
• Titel (der Titel des Werks, nicht der der Webseite!)
• Veröffentlichungsmedium (Name der Zeitschrift, Datenbank, des Portals)
• Veröffentlichungsdatum (falls bekannt)
Die Identifizierung des Inhalts ist primär, die Zugänglichkeit sekundär.
3. Die Ablehnung des Mythos vom „Download-Datum“
In wissenschaftlichen Texten verweisen wir grundsätzlich auf stabile, geprüfte Quellen. Die mechanische Verwendung des Download-Datums ist irreführend und belastet die Bibliografien unnötig.
Wann KEIN Download-Datum erforderlich ist:
• Digitalisierte Druckwerke (Bücher, alte Zeitschriften) – der Inhalt ändert sich nicht
• Veröffentlichte wissenschaftliche Artikel, Studien – das Erscheinungsdatum ist maßgeblich
• Offizielle Dokumente, die auf Archivierungsplattformen verfügbar sind
Wann ist ein Download-Datum erforderlich:
• Live-Statistikdatenbanken (täglich aktualisierte Daten)
• Social-Media-Beiträge (können gelöscht oder geändert werden)
• Dynamisch generierte Inhalte (z. B. Echtzeitkarten, Preise)
• Alle Webseiten, deren Inhalt sich von Tag zu Tag ändert
Die richtige Frage: Kann sich dieser Inhalt bis morgen ändern? Wenn nicht, ist das Download-Datum irrelevant.
II. TECHNISCHE ANLEITUNG
1. Das Problem der langen Links und das „Startseite-Prinzip“
Die im gedruckten Text erscheinenden, drei- bis vierzeiligen Deep Links aus zufälligen Zeichen sind ästhetisch inakzeptabel, ihre Eingabe ist unmöglich und ihre Lebensdauer gering (Linkrot) .
• Vorschlag: Sofern die Quelle Teil einer gut strukturierten, durchsuchbaren Datenbank ist (z. B. Hungaricana, Arcanum, MEK), geben wir anstelle der langen URL die Startseite des Anbieters an, ergänzt durch den genauen Navigationspfad.
• Vorteil: Die Adresse der Startseite bleibt beständig, während dynamisch generierte interne Links oft veralten.
• Ausnahme: Wenn es in der Datenbank (anscheinend) umständlich ist, das Dokument über die Startseite per Suche zu finden (z. B. genealogische Datenbanken wie FamilySearch), kann der direkte Link zur Dokumentbeschreibungsseite angegeben werden, der von Einstellungs- und anderen unnötigen Parametern befreit ist; die vollständige bibliografische Beschreibung ist jedoch auch in diesem Fall erforderlich.
2. Digitalisierte Versionen physischer Dokumente
Die Reihenfolge ist entscheidend. Wenn wir auf ein Urkundenarchiv aus dem 19. Jahrhundert oder ein Fachbuch aus den 1940er Jahren verweisen, ist das physische Werk die Primärquelle.
Richtige Vorgehensweise:
1. Geben Sie die vollständige bibliografische Beschreibung des physischen Werks an (Autor, Titel, Erscheinungsort, Verlag, Jahr)
2. Anschließend, als optionale Ergänzung: „Online: [Name der Datenbank/Startseite]“
3. Falls sinnvoll, geben Sie das konkrete Kapitel, die Seite oder die Dokumentennummer an
Begründung: Die digitalisierte Version ist eine sekundäre Erscheinungsform des physischen Werks. Der primäre Zweck einer wissenschaftlichen Quellenangabe ist die Identifizierung des Werks, nicht die Lokalisierung der digitalen Kopie.
3. DOI – Der Garant für digitale Beständigkeit
Bei zeitgenössischen Studien ist die Verwendung der DOI (Digital Object Identifier), sofern das Werk über eine solche verfügt, obligatorisch. Die DOI ist die einzige Garantie für dauerhafte Verfügbarkeit.
Wichtig: Bei Vorhandensein einer DOI ist die Angabe weiterer URLs oder Startseiten überflüssig und verwirrend.
Warum?
• Die DOI ist eine standardisierte, internationale Kennung
• Er gewährleistet eine Weiterleitung, wenn der Inhalt an einen neuen Ort verschoben wird
• Er ist nicht so anfällig wie herkömmliche URLs
4. Nicht-textuelle Dokumente
Auch bei Bildern, Karten, audiovisuellen Materialien und Datenbanken steht die Beschreibung des Inhalts an erster Stelle.
Obligatorische Elemente:
• Urheber/Institution
• Angabe von Titel/Thema
• Datum (Erstellung oder Veröffentlichung)
• Fundstelle (URL) – gemäß den oben genannten Grundsätzen
Beispiel: Foto von József Bem, um 1848. Ungarisches Nationalmuseum, Historisches Fotoarchiv, Inv.-Nr. 1234/56. Online: https://mnm.hu
Einhaltung des Urheberrechts
Bei der Veröffentlichung oder Nutzung von Bildern, Abbildungen, Karten oder anderen visuellen Inhalten muss die Rechtmäßigkeit der Nutzung überprüft werden. Ein bloßer Verweis bedeutet nicht automatisch ein Recht zur Veröffentlichung!
Überprüfung der Lizenzinformationen:
• Überprüfen Sie die Lizenzinformationen auf der Website, auf der das Bild veröffentlicht ist. Viele Institutionen (Museen, Archive, digitale Sammlungen) geben die Nutzungsbedingungen eindeutig an. Wenn keine eindeutigen Lizenzinformationen vorliegen: Muss vom Eigentümer/Rechteinhaber des Bildes eine schriftliche Genehmigung zur Nutzung eingeholt werden.
• Public Domain: Dieser Begriff bedeutet eindeutig, dass das betreffende Bild frei und ohne Einschränkungen genutzt werden darf. In Ungarn wird ein Werk in der Regel 70 Jahre nach dem Tod des Urhebers gemeinfrei.
• Creative-Commons-Lizenzen (CC): Diese kennzeichnen frei nutzbare Bilder, jedoch unter bestimmten Bedingungen. Die gängigsten Lizenztypen:
CC BY – Freie Nutzung, aber Quellenangabe obligatorisch
CC BY-SA – Freie Nutzung mit Quellenangabe + das daraus entstandene Werk darf nur unter derselben Lizenz verbreitet werden
CC BY-NC – Nur für nichtkommerzielle Zwecke + Quellenangabe
CC BY-ND – Nicht veränderbar + Quellenangabe
Angabe der Lizenz im Verweis:
Wenn das Bild unter einer CC- oder einer anderen Lizenz steht, muss dies im Literaturverzeichnis angegeben werden:
Beispiel:
Luftaufnahme von Esztergom. Foto: János Nagy, 2020. Wikimedia Commons. Lizenz: CC BY-SA 4.0. https://commons.wikimedia.org
Die Regeln für die faire Nutzung (Fair Use) variieren je nach Land und Verwendungszweck. Auch bei der Verwendung in wissenschaftlichen Publikationen wird empfohlen, die Genehmigung des Rechteinhabers einzuholen oder gemeinfreie/frei lizenzierte Bilder zu verwenden.
5. Webarchivierung: Eine Lösung für das Problem der Linkrot
Das größte Problem bei digitalen Verweisen ist, dass URLs verfallen – Server werden abgeschaltet, Seiten werden umstrukturiert, Inhalte werden gelöscht.
• Lösung: Wenn wir auf eine Seite verweisen, die keine DOI hat und bei der die Gefahr besteht, dass sie nicht mehr existiert (z. B. ein Blogbeitrag oder ein Artikel auf einem kleinen Nachrichtenportal), nutzen wir den Dienst „Internet Archive“ (Wayback Machine) oder „Perma.cc“.
• Vorteil: Anstelle des ursprünglichen Links geben wir eine archivierte Version an, sodass der Leser voraussichtlich auch noch in Jahrzehnten genau das sieht, was der Autor gesehen hat.
Beispiel für eine korrekte Verlinkung:
Péter Kiss: Titel des Blogbeitrags. 15. Jan. 2024. Archivierte Version: https://web.archive.org/web/20240115120000/https://example.com/cikk
6. URL-Kürzer und ihre Gefahren
bit.ly, tinyurl.com und ähnliche Dienste sollten in wissenschaftlichen Verweisen vermieden werden. Wenn der Anbieter den Dienst einstellt, geht der Link verloren.
Empfohlen stattdessen:
• DOI (falls vorhanden)
• Handle-System (bei Hochschulrepositorien: hdl.handle.net/...)
• Startseite + Suchanleitung
7. PDF-Verweise
Ein häufiger Fehler ist, dass der Link direkt auf eine PDF-Datei verweist (.../dokumentum.pdf).
Warum ist das schlecht?
• Der Dateiname wird von Systemadministratoren oft geändert
• Der direkte Dateilink ist anfällig
Richtig: Es muss immer auf die Seite (Landing Page) verwiesen werden, von der das PDF heruntergeladen werden kann.
8. Soziale Medien und dynamische Inhalte
Bei Beiträgen in sozialen Medien (Twitter/X, Facebook, Instagram usw.):
Obligatorische Elemente:
• Autor (Benutzername)
• Kurze Beschreibung oder erster Satz des Beitrags
• Name der Plattform
• Genaue Datum und Uhrzeit
• URL
• Datum des Herunterladens/Anzeigens (da der Beitrag gelöscht werden kann)
Noch besser: Verwenden Sie eine archivierte Version (Wayback Machine, Perma.cc)
Beispiel: @historian_joe (Joe Smith): „Breaking news about the newly discovered manuscript...“ Twitter/X, 15. Dez. 2025, 14:32 Uhr. https://twitter.com/historian_joe/status/123456789 (Aufgerufen am 16. Dez. 2025)
9. Besondere Quellen
Regierungs-/Institutionsdokumente:
Wenn sie online veröffentlicht wurden, aber offizielle Veröffentlichungen sind, behandeln wir sie als offizielle Dokumente:
• Ausstellende Behörde
• Titel des Dokuments
• Dokumentennummer (falls vorhanden)
• Erscheinungsdatum
• Online-Verfügbarkeit
Datenbanken, Datensätze:
• Name der Datenbank
• Erstellende/betreuende Institution
• Genaue Bezeichnung des Datensatzes
• Zugriffsdatum (hier erforderlich!)
• Versionsnummer (falls relevant)
III. BEISPIELSAMMLUNG
1. Online-Zeitschriftenartikel / Sachartikel
❌ Falsch:
https://ujkor.hu/content/az-utolso-fekete-huszar-august-von-mackensen-elete (abgerufen am 21. Dez. 2025)
✅ Richtig:
Ádám Lengyel: Der letzte Schwarze Husar – Das Leben von August von Mackensen. Újkor.hu, 6. Dezember 2025. Online: https://ujkor.hu
2. Digitalisierte Quellenschrift (aus einer Datenbank)
❌ Falsch:
https://library.hungaricana.hu/en/view/KozMagyOkmanytarak_frangepan_2kotet/?pg=0&layout=s
✅ Richtig:
Lajos Thallóczy – Samu Barabás: Das Urkundenarchiv der Familie Frangepán. Band II. Budapest, MTA, 1913. Online: https://www.hungaricana.hu
3. Digitalisiertes Fachbuch (MEK/Arcanum)
❌ Falsch:
BÁNLAKY: A Magyar Nemzet Hadtörténelme. https://mek.oszk.hu/09400/09477/html/0019/1729.html
✅ Richtig (Vorrang der physischen Erscheinungsdaten + Navigation):
Bánlaky József: A magyar nemzet hadtörténelme. Budapest, Grill, 1928–1942. Online: https://mek.oszk.hu [Zitiertes Kapitel: Erfolglose Friedensverhandlungen. József Rákóczys erfolglose Versuche]
4. Wissenschaftlicher Zeitschriftenartikel (Verwendung von DOI)
❌ Falsch:
Zoltán Gőzsy – Eldina Lovaš: Das Bistum Pécs... https://egyhaztortenetiszemle.hu/ojs/index.php/e/hu/article/view/42
✅ Richtig (mit Standard-Identifikator):
Zoltán Gőzsy – Eldina Lovaš: Die kirchlich-organisatorischen Maßnahmen des Bistums Pécs im Zusammenhang mit der Verwaltung der slawonischen Pfarreien in den Jahren 1730–1740. Egyháztörténeti Szemle 26 (2025) Nr. 2, S. 7–34. https://doi.org/10.54231/ETSZEMLE.26.2025.2.1
5. Wenn der lange Link gerechtfertigt ist (z. B. genealogische Datenbank)
❌ Falsch (nur URL):
https://www.familysearch.org/ark:/61903/3:1:9398-FFQM-B?view=index&personArk=%2Fark%3A%2F61903%2F1%3A1%3AX6KD-QX4&action=view&cc=1743180&lang=hu
✅ Richtig (Kontext + Link):
Taufeintrag von Zoltán Gelsei Biró, 1874. FamilySearch, Hungary Baptisms, 1850–1900. Online: https://www.familysearch.org/ark:/61903/1:1:X6KD-QX4
6. Archivquelle aus einer digitalen Sammlung
❌ Falsch:
https://archives.hungaricana.hu/en/charters/view/249970/?pg=0&bbox=-260%2C-2826%2C4044%2C-108
✅ Richtig:
Schreiben des Stadtrats von Grénic an den Rat von Schweidnitz, 7. Februar 1502. Ungarisches Nationalarchiv, Diplomatische Fotosammlung, DL-DF 281669. Online: https://archives.hungaricana.hu
(oder mit der Beschreibungsseite: https://archives.hungaricana.hu/en/charters/249970/)
7. Digitalisiertes Bild / digitales Bild
❌ Falsch: https://hu.wikipedia.org/wiki/Bark%C3%B3czy_Ferenc_(%C3%A9rsek)#/media/F%C3%A1jl:Bark%C3%B3czy_Ferenc_hercegpr%C3%ADm%C3%A1s.jpg
✅ Richtig:
Peter Krafft: Porträt von Fürstprimas Ferenc Barkóczy. Um 1812. MNM TK Gemäldesammlung, Inv.-Nr. 53.155. Online: https://gyujtemenyek.mnm.hu/
❌ Falsch: https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/thumb/7/70/Coat_of_arms_of_Zagreb.svg/1920px-Coat_of_arms_of_Zagreb.svg.png
✅ Richtig:
Wappen von Zagreb, Vektorgrafik. Public domain. Online: https://hu.wikipedia.org/wiki/Zágráb
8. Social-Media-Beitrag
✅ Richtig:
@HistoryMuseumBP (Budapester Historisches Museum): „Neu entdeckter archäologischer Fund aus der osmanischen Zeit...“ Facebook, 3. November 2025, 10:15 Uhr. https://facebook.com/HistoryMuseumBP/posts/12345 (Aufgerufen am 4. Nov. 2025, archiviert unter: https://web.archive.org/web/20251104)
9. Live-Statistikdatenbank
✅ Richtig:
Zentrales Statistikamt: Bevölkerungszahl nach Komitaten. KSH Statinfo-Datenbank. https://statinfo.ksh.hu (Abgefragt am: 20. Dezember 2025)
IV. ABSCHLIESSENDE GEDANKEN
Die korrekte Zitierung digitaler Quellen ist nicht nur eine formale Frage. In wissenschaftlichen Arbeiten dient jede Quellenangabe zwei Zielen:
1. Identifizierung – Der Leser weiß genau, um welches Werk es sich handelt
2. Überprüfbarkeit – Die Aussagen sind überprüfbar, die Quellen sind auffindbar
Die URL allein erfüllt keines dieser Ziele angemessen. Nur die Kombination aus bibliografischen Metadaten und stabiler Erreichbarkeit garantiert wissenschaftliche Integrität.
Wir bitten Dozenten, Herausgeber, Lektoren und Autoren: Überprüfen Sie Ihre derzeitigen Praktiken und wenden Sie diese Grundsätze konsequent an. Behalten Sie Ihren gewohnten Zitierstil bei, integrieren Sie jedoch die hier beschriebenen spezifischen Aspekte.
Zusammengestellt von: Barnabás Guitman (PPKE BTK)
E-Mail: guitman.barnabas@btk.ppke.hu 24. Januar 2026
KURZANLEITUNG ZUR DIGITALEN ZITIERWEISE
Leitfaden für Studierende, Autoren, Redakteure und Lektoren
GRUNDREGEL: Der Link (URL) allein ist KEINE Quellenangabe.
Der Link ist nur der Fundort, nicht das Werk. Die Identifizierung des Inhalts hat immer Vorrang!
1. WELCHE QUELLE VERWENDEST DU?
????️ GIBT ES EINE DOI-IDENTIFIKATIONSNUMMER? Dies ist bei aktuellen Studien am häufigsten der Fall.
• Regel: Gib nach den bibliografischen Angaben nur den DOI-Link an. Alle anderen Links oder Daten sind überflüssig.
• ✅ Richtig: Zoltán Gőzsy: Titel. Zeitschrift 26 (2025). https://doi.org/10.54231/PELDADOI.2025
????️ GIBT ES AUCH EINE PAPIERVERSION? (Digitalisiertes Buch/alter Artikel)
Z. B. Arcanum, Hungaricana, MEK, alte Zeitschriften.
• Regel: Verweise darauf wie auf ein physisches Buch! Am Ende kannst du, falls wichtig, angeben, wo du es gefunden hast, aber nur mit dem Link zur Hauptseite.
• Falsch: Das Kopieren des 4-zeiligen, „krix-krax“-Links und das Datum des Downloads.
• ✅ Richtig: József Bánlaky: A magyar nemzet hadtörténelme. Budapest, Grill, 1928. Online: https://mek.oszk.hu [Zitiertes Kapitel: Rákóczy József kísérlete]
???? NUR ONLINE VERFÜGBAR? (Nachrichtenportal, Fachblog)
Z. B. Újkor.hu, Nachrichtenportal, institutionelle Nachrichten.
• Regel: Autor + Titel + Name des Portals + Veröffentlichungsdatum. Der Link kann am Ende stehen, aber wenn möglich in Kurzform oder nur zur Startseite.
• Wann ist das Download-Datum erforderlich? Nur, wenn sich der Inhalt bis morgen ändern kann (z. B. Live-Statistiken, soziale Medien). Bei Artikeln ist dies NICHT erforderlich.
• ✅ Richtig: Ádám Lengyel: Der letzte Schwarze Husar. Újkor.hu, 6. Dez. 2025. Online: https://ujkor.hu
2. SCHNELLE CHECKLISTE
Bevor Sie das Manuskript oder die Arbeit einreichen, gehen Sie Folgendes durch:
✓ Gibt es einen Autor? (Wenn nicht, ist die Institution der Autor)
✓ Gibt es einen Titel? (Den Titel des Artikels/Buches, nicht den Namen der Seite!)
✓ Gibt es ein Datum? (Das Jahr/den Tag der Veröffentlichung, nicht das heutige Datum)
✓ Ist der Link kurz? (Enthält keine sessionID, ?pg=4324, %20 usw.)
✓ Habe ich das „Download-Datum“ entfernt? (Es sei denn, es ist begründet)
❌ 3. SO NICHT!
WARUM IST DIESE FALSCHE (FAULE) LÖSUNG SCHLECHT?
https://mek.oszk.hu/09400/html/index.html
Das ist kein Link, sondern eine Signatur. Wer hat das geschrieben? Was ist das?
(Heruntergeladen: 21.12.2025) Bei einem Buch aus dem Jahr 1913 ist es irrelevant, wann du darauf geklickt hast.
.../view/KozMagyOkmanytarak/?pg=0&layout=s Hässlich und anfällig. Wenn der Server aktualisiert wird, funktioniert der Link nicht mehr.
WICHTIGER HINWEIS ZU DEN ZITIERSTILEN
Dieser Leitfaden ersetzt nicht die bestehenden Zitierregeln (MLA, APA, Chicago, ITK, Stilrichtlinien der Ungarischen Sprache usw.), sondern ergänzt diese in Bezug auf spezifische Fragen zum Umgang mit digitalen Quellen.
Die Formatierung der hier vorgestellten Beispiele dient lediglich der Veranschaulichung. Die Formatierung der bibliografischen Angaben (Name des Autors, Titel, Satzzeichen usw.) muss stets an den von Ihnen verwendeten Zitierstil angepasst werden.
Der Kern des Leitfadens: die methodisch korrekte inhaltliche Identifizierung digitaler Quellen (wer, was, wann, wo) – dies ist ein Grundprinzip, das für jeden Zitierstil gilt.